Jahresbericht 2024

Das Jahr 2024 hat für mich in Cusco angefangen. Der Besuch vom 27. Dezember 2023 bis am 4. Januar 2024 war zwar sehr kurz, dank der langjährigen Zusammenarbeit konnten wir jedoch sogleich über wichtige Themen reden und die Zeit gut nutzen. Im Februar erhielt ich dann ein erfreuliches Mail: Ein ehemaliger Patient von mir, der mittlerweile Gesundheitswissenschaften studiert, fragte nach, ob er im November im Elim ein Volontariat machen könne. Mischa und sein Kollege Beat berichten folgendes über ihre Zeit im Elim: 

«Seitdem ich vor sieben Jahren zum ersten Mal von Dr. Laager (meinem damaligen Kinderarzt) von ELIM erfahren habe, hing der Flyer an meiner Schlafzimmertür – eine konstante Erinnerung daran, dass ich eines Tages die Chance nutzen muss, dorthin zu gehen. Nun habe ich endlich die Zeit gefunden, und obwohl meine Erwartungen bereits hoch waren, wurden sie bei weitem übertroffen. 

Das Waisenhaus ist ein unglaublich angenehmer Ort zum Leben. Dank der eigenen Küche und dem gemütlichen Wohnzimmer fühlte sich unser Wohnbereich wie ein Zuhause an. Doch das Schönste war jeden Morgen, die lächelnden Gesichter, die fröhlichen „Guten Morgen“-Rufe und das begeisterte Winken der Kleinen, die aus ihren Zimmern in unsere Küche blickten. Wenn ich krank war, wurde mir Tee gebracht, und bei Heimweh fand ich stets Gesellschaft. Die Mamitas (Mitarbeiterinnen des Waisenhauses, die sich um die allgemeine Organisation wie Essen oder Termine in der Schule bzw. im Kindergarten kümmern) haben eine ganz natürliche Fähigkeit, einem das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein, und sie bringen das auch den Kindern bei. Sie waren immer dankbar für jede Unterstützung – mit 15 Kindern am Tisch braucht es manchmal mehr als zwei Augen. Dennoch bin ich derjenige, der dankbar sein muss. Die Kinder waren voller Wissbegierde, stellten unzählige Fragen und erzählten ihre eigenen Geschichten. Das Leben im Waisenhaus wurde nie langweilig – es wurde immer gelacht, gelernt, gesungen oder getanzt. Ich bin so froh, dass es einen Ort gibt, an dem Kinder, die ansonsten im schlimmsten Fall auf der Straße leben müssten, lernen, wie man mit anderen Menschen umgeht und wie man eine sichere Zukunft aufbaut. Ich bin unendlich dankbar, dass ich durch meine Anwesenheit ihren Horizont ein wenig erweitern konnte. Ich empfehle eine solche Erfahrung all meinen weltoffenen Freunden und gleichgesinnten Reisenden.» (Mischa)

«Meine Zeit im Elim-Waisenhaus war geprägt von unzähligen herzerwärmenden und inspirierenden Momenten, die mir sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Zu sehen, wie die Kinder ohne familiäre Unterstützung tagtäglich das Leben meistern – sei es Wäsche waschen, beim Kochen helfen, aufräumen, Hausaufgaben erledigen, tratschen, lachen, weinen und vieles mehr – ist wirklich zutiefst beeindruckend. Trotz der schwierigen Umstände sprühen die Kinder nur so vor Lebensfreude, Neugier und Eifer. Die „Mamitas“ bringen den Kindern wichtige Grundprinzipien wie Tischmanieren oder Haushaltsthemen bei. Doch was mich noch mehr beeindruckt hat, ist zu sehen, wie die Kinder sich gegenseitig bedingungslos unterstützen – sei es beim Wäschewaschen, beim Haaremachen oder auch beim Üben von Lesen und Schreiben. Sie geben sich gegenseitig quasi die Liebe und Unterstützung, die normalerweise, im besten Fall, von den Eltern kommen sollte. 

Das Schöne am Elim-Waisenhaus ist, dass man als Volunteer voll und ganz in diese Welt eintauchen und aktiv mitwirken kann. Man wird zu einem neuen, interessanten und anders aussehenden Freund, der bei den Hausaufgaben hilft, mit dem die Kinder malen und basteln, der ihnen eine „komische“ neue Sprache (Deutsch) beibringt oder auch beim Versteckenspielen immer dabei ist. Diese Bindung, die durch den täglichen Kontakt selbst in nur wenigen Wochen aufgebaut werden kann, ist unbezahlbar und wunderschön. Eine große Empfehlung für jeden, der einmal nach Peru, nach Cusco, reisen möchte!» (Beat)

Hier in der Schweiz feierte Vreni Dietler im April ihren runden Geburtstag nach. Zu diesem Anlass gaben Musikprofessoren und Cellisten Wen-Sinn Yang und Denis Severin ein Benefizkonzert in Gümligen. Auch andere mit Elim verbundene Personen liessen anlässlich eines Festes Contigo eine Spende zukommen. Sehr gefreut hat uns auch, dass der Fonds für Entwicklungszusammenarbeit im Ausland der evangelisch-reformierten Kirche St. Gallen unser Gesuch um einen Beitrag an die Arbeit im Elim positiv beantwortet hat. Unser Kassier absolvierte im Juni einen halbtägigen Kurs zum Thema “Online-Marketing“ und tauschte sich dort mit vielen anderen ehrenamtlich tätigen Leuten aus der Region Basel aus. 

Im November 2024 schloss eine junge Frau, die gemeinsam mit ihrer Schwester im Elim aufgewachsen ist, den dreijährigen theoretischen Teil ihrer Ausbildung zur diplomierten Pflegefachkraft ab. Dieser Meilenstein wurde mit einer Zeremonie gefeiert. Nun kann sie den berufspraktischen Teil beginnen. Solche Erfolge motivieren nicht nur die jüngeren Studierenden sondern auch uns. Eine weitere positive Nachricht in Bezug auf den Ausbildungsfonds ist, dass dank einer grossen zweckgebundenen Spende nun wieder über mehrere Jahre hinweg Ausbildungsbeiträge gesprochen werden können.  

Wir bedanken uns herzlich für Ihr Vertrauen und Ihre Anteilnahme am Geschehen im Elim. 

Für den Vorstand

Roland Laager

Die Rechnung und die Bilanz können als PDF heruntergeladen werden.